Alleine Reisen als Frau – generell und in Marokko

Bauchgefühl und Intuition

Eines das ich schon von klein auf von meinen Eltern vorgelebt bekommen habe, immer schön auf mein Bauchgefühl hören. Das Bauchgefühl, die sogenannte Intuition wird von unseren Sinnesorganen aufgenommen. Es prasseln in jeder Sekunde etwa 11 Millionen Bits (Bit – Maßeinheit für Informationsgehalt) auf uns über unsere Augen, die Haut, die Ohren unserer Nase und dem Geschmackssinn ein. Nur mickrige 50 Bits davon gelangen in unser Bewusstsein. Der Rest der Informationen landen direkt in unserem Unterbewusstsein. Und somit wird unser Bauchgefühl mit Informationen gefüttert.

Seit kleinauf, sind meine Eltern mit mir und meinem älteren Bruder im Sommer mehrere Wochen am Stück verreist. Wie in den 80er Jahren auch ganz üblich, wurde dazu ein kleiner Van zum Wohnmobil um- und ausgebaut. Sehr oft waren wir damals in Frankreich oder auf der französischen Insel Korsika auf reisen. Entgegen den Unkenrufen die sicherlich gleich aufkeimen, ich habe an die Franzosen ausschließlich gute Erinnerungen und wir wurden auch immer herzlich aufgenommen 🙂 oder uns wurde mit Händen und Füßen Auskunft erteilt, da bis ich in der Schule französisch lernte keiner von uns diese Fremdsprache erlernt hat. Aber auch damals gab es Situationen, wenn wir irgendwo an einem Ort standen, wild campten und mein Papa oder meine Mama sagte „lasst uns doch lieber noch etwas weiter fahren, irgendwas stimmt hier nicht“. Das Bauchgefühl hat hier eindeutig entschieden. Solche Momente kennst du doch sicherlich auch?

2004 bin ich mit 22 Jahren zum ersten Mal alleine verreist. Es war Mai, ich hatte gerade Urlaub und ich sagte zu meiner Mama „Ich möchte gerne jetzt in die Toskana fahren“. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch kein Navi und meine Mama gab mir einfach die passende Landkarte in die Hand. Wir Frauen in unserer Familie sind ziemlich selbständig, denn auch meine Mama fährt nach der Trennung von meinem Papa regelmäßig mit ihrem kleinen umgebauten Renault Kangoo in den Urlaub.

Seit meiner Toskana Reise war ich alleine für eine Woche in New York City, eine Woche in Amsterdam, 3 x auf dem Jakobsweg (davon 2 x in Spanien und 1 x in Deutschland) auf verschiedenen Tagesausflügen in Großstädten und auch auf diversen Konzerten wenn sich keine Begleitung fand und diesen März für eine Woche das erste Mal in Marrakesch.

Bisher hatte ich nur in Italien unangenehme Situationen und eine in Amsterdam. Das bei mir zB mitten in der Nacht an meiner Hoteltür angeklopft wurde oder ich beim Heimweg von einem Mann abgepasst wurde. Wenn jemand bei mir unangekündigt an die Hoteltür anklopfte, machte ich einfach nicht auf (bei Feuer würde doch jemand schreien) und bei einer Begegnung auf der Straße machte ich mich groß und lautstark auf mich aufmerksam. Bisher ist zum Glück bei mir auch alles immer gut gegangen. Ich fordere mein Glück aber auch nicht heraus. So geh ich nicht in dunkle Gassen, fahre nicht mitten in der Nacht U-Bahn, sondern nehme mir ein Taxi oder gehe schon gar nicht in fremde Wohnungen von erst kürzlich kennen gelernten Personen. Das würde ich zu Hause ja auch nicht machen. Zudem habe ich immer eine Hand auf meiner Handtasche. Vor Taschendieben ist man sicherlich nirgendwo auf der Welt gefeit.

Speziell in Marokko möchte ich aber Frauen ans Herz legen, sich angemessen anzuziehen. Es geht einfach nicht, dass Frauen wie bei uns in Mitteleuropa, in Hot Pants und Träger Tops aus dem Haus gehen. Leider sehe ich auch in Marokko immer wieder solche Touristinnen. Das dann die einheimischen Männer, die nie so viel nackte Haut zu sehen bekommen eventuell nach pfeifen oder einen dann anbaggern wundert mich nicht. Es sagt ja auch niemand, dass man sich komplett verhüllen muss, sondern einfach Knie, Schultern und das Dekoltee bedeckt sein sollte. Ich nutze dazu auch gerne einen der wunderschönen Schals die es im Souk zu kaufen gibt. Mein kleiner Geheimtip ist, ich ziehe am linken Ringfinger einen Goldring an. So kann ich immer auf meinen Ehemann hinweisen. Dieses bischen flunkern, den ich bin nicht verheiratet, hat auch immer wunderbar funktioniert und wurde vor allem akzeptiert.

Im übrigen ist es auch bei Männern nicht gerne gesehen, wenn diese in zu kurzen Hosen und Muskelshirts unterwegs sind.

Nicht in jedem orientalischen Land ist es als allein reisende Frau möglich, sich so einfach zu bewegen. Im Iran als Beispiel gilt immer noch die Scharia. Dies bedeutet knöchellange Hosen, ein Kopftuch und einen Mantel mit langen Ärmeln der auch bis zur Mitte der Oberschenkel geht. Hier möchte ich dir auch den Reisebericht von Stefanie die im Iran als Frau alleine gereist ist ans Herz legen.

An alle Frauen, ich kann euch nur empfehlen auch mal alleine zu verreisen. Die Eindrücke der Kultur, der Architektur und auch die Kontaktaufnahme mit Einheimischen ist viel intensiver und haben sich mir viel mehr eingeprägt. Deswegen unternehme ich diese Reisen so gerne auch alleine. Selbstverständlich ist es auch zu zweit oder in einer Gruppe wunderschön, aber eben anders. Ich möchte euch nur Raten, lasst euch nicht aufhalten nur weil niemand von euren Freunden mitkommen kann ❤ Und hört auf euer Bauchgefühl 🙂

2 Kommentare zu „Alleine Reisen als Frau – generell und in Marokko

  1. super !!
    auch ich reise sehr gern alleine !der kontakt zu einheimischen und reisenden kommt sehr schnell !!
    ich geniesse es total unabhängig zu sein !scliesse mich gern mal eine zeit an , aber ich freu mich immer wieder über meine unabhängigkeit !
    das erste mal hab ich marokko mit einem renault kangoo mit faltbett bereist !! war schön abendteuerlich !!
    inzwischen hab ich einen alten renault kastenwagen !!
    fahr immer 3 monate kreuz und quer durchs land !!
    viele gute begegnungen und erlebnisse
    anna

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