Marokko im September – Tag 1

Ich liege im Bett und warte das Klingeln meines Weckers um 03.30 Uhr ab. Endlich geht es wieder los ❤ Nach Zähneputzen, ausgiebigen Spielen mit meiner Katze Lucy, fahre ich wie geplant eine Stunde später von Lochau nach Memmingen. Es ist dunkel, kalt und regnet. Die Straße ist um diese Uhrzeit einsam und ich fahre gemütlich und voller Vorfreude zum Flughafen. Bis ich geparkt habe und zum Flughafen mit meinem kleinen Trolley gelaufen bin, ist es schon 05.45 Uhr. Mein Flieger rollt pünktlich um 06.40 Uhr auf die Rollbahn und hebt in Richtung Fes ab. Nach nur 3 Stunden Flug sage ich „Sabah el kheir Maghreb“ (Guten Morgen Marokko). Nach den Pass- und Zollformalitäten finde ich vor der Empfanshalle des neuen Flughafengebäudes auch ein Taxi. Ich teile es mir mit einem Mitreisenden der auch zum Bahnhof muss. Zusammen bezahlen wir 120 Dirham (ca. 11 Euro). Der Bahnhof der nach einer 20 monatigen Renovierung im November 2009 wieder eröffnet wurde, ist wieder mal ein sehr schönes Beispiel der Baukunst in Marokko. Der Zugangsbereich ist parkähnlich gestalltet und das Gebäude selber mit Mosaiken und einer kunstvoll geschnitzten Holzdecke geschmückt.

Mit dem Zug zu fahren ist in Marokko sehr günstig. Für die Fahrt nach Rabat zahle ich in der ersten Klasse 127 Dirham (ca. 11 Euro). Ich empfehle jeden die erste Klasse zu buchen, denn hier ist auch gewährleistet einen fixen Sitzplatz zu haben. Die zweite Klasse kann sehr schnell mit Menschen überfüllt sein und zudem sind hier nur ein paar Euro Unterschied. Wie ich noch am Ende meiner Reise erfahren soll, gibt es auch günstige Innlandsflüge von Fes nach Marrakesch. Mit günstig meine ich 27 Euro!

Nach gut 3 Stunden fahrt komme ich in Rabat an. Ich habe mir hier über airbnb von Sonntag bis Mittwoch ein Apartment gemietet. Ich werde sehr herzlich von Naima und Ayoub empfangen und das Apartment ist sehr schön und sauber. Nachdem ich mich erfrischt habe, fahre ich mit der Tram die direkt vor der Haustüre abfährt in die Stadt. Ich fahre zu der Medina und laufe durch eine Gasse von der ich ehrlich gesagt etwas erschrocken war, da nur Handys und Fernseher verkauft wurden. „Was ist denn das für eine Medina?“ denke ich mir und laufe schnell weiter. Wie ich zwei Tage später noch feststelle, war ich nur eine Querstraße vom Souk ohne Elektronik entfernt 🙂 Dafür kam ich aber über diesen Weg zur Avenue Laalou und direkt zur Kasbah des Oudayas. Von hier sehe ich das Meer und der Wind bei den warmen Temparaturen ist einfach herrlich 🙂 Ich gehe runter in Richtung des Leuchtturmes und sehe hier auch zum ersten Mal einen islamischen Friedhof. Er ist einfach riesig und zwischen den Grabsteinen ist fast kein Platz zum durchkommen.

Was mir auch gleich auffällt, dass ich als allein reisende Frau regelrecht abgepasst werde. Ich fühle mich dabei nicht bedroht, aber die immer wiederkehrende Anmachsprüche sind ermüdend. Das wird in Fes noch sehr anstrengend. Allgemein fühlte ich mich auf dieser Reise sehr sicher. Es gab nie eine Situation die bedrohlich war.

Aber nun zurück nach Rabat 🙂 Ich bleibe lange am Strand und der Leuchtturm ist ein sehr schönes Fotomotiv. Ich gehe wieder an der Straße entlang zurück zur Kasbah und passiere das schöne alte Tor zum Andalusier Viertel. Die Häuserfassaden sind wie auf Santorini/Griechenland oder Chefcaouen/Marokko in weiß-blau gehalten. Es gibt viele kleine Gassen zu entdecken und hier finde ich auch schon die ersten Türen zu fotografieren. Hier sieht man auch zu der Nachbarstadt Salè hinüber. Die beiden Städte sind nur durch den Fluss Bou Regreg getrennt. Wenn man ausserhalb der Treppen der Kasbah hinunter geht, ist gleich auf der linken Seite der Andalusier Garten. Es ist ein bezaubernd angelegter Garten mit Orangenbäumen und vielen Blumen und Jasmin. Die Bewohner sind hier ganz klar die Katzen. Viele Junge sind da und wollen spielen. Es sind aber alles wilde Katzen, die von Einheimischen gefüttert werden.

Nach einer kurzen Spielrunde mit den kleine, gehe ich in den Teppich Souk von Rabat. Allerdings hab ich heut nicht groß Lust zu stöbern und gehe an die Marina. Die Marina wurde in den letzten Jahren erbaut und ist ca. 2 km lang. Hier ist halli galli mit Fahrgeschäften, Restaurants und Essensbuden. Man kann hier sehr schön den Abend ausklingen lassen und die Sonne hinter der Kasbah untergehen sehen. Mit der Tram fahre ich wieder nach Hause und nach diesen langen Tag bin ich auch froh ins Bett zu kommen. Morgen geht es wieder weiter um Rabat zu entdecken 🙂

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