Marokko im September – Tag 5

Gestern Abend bin ich in Chefchaouen angekommen und nach einer wirklich guten Nacht im Dar Gabriel mit guten Frühstück, tauche ich in das blau der Stadt ein.

Lange Zeit war für Ausländern, besonders Christen, unter Androhung der Todesstrafe der Zutritt zur Stadt verwehrt geblieben. Mit dem Beginn des spanischen Protektorats im Jahr 1912 setzten diese die Öffnung Chefchaouens durch. Nach der Unabhängigkeit Marokkos im Jahr 1956 gab Spanien die Stadt wieder zurück und hamdolillah (Gott sei Dank) wird auch weiterhin der Einlass den Ausländern gewehrt. Hier im Norden wird im Gegensatz zum südlicheren gelegenen Teil von Marokko noch sehr viel Spanisch gesprochen.

Ich gehe erst mal die Gassen hinab in den südlicheren Teil der Stadt. Es ist wirklich alles in blau getüncht. Hier wird mir erstmal klar, wie viele Blautöne es gibt. Es gibt zwei Erklärungen, wieso hier alles blau eingefärbt ist. Die einen sagen, dass die blaue Farbe böse Geister fernhalten soll. Die anderen, dass die blaue Farbe Moskitos nicht mögen und somit dies ein Schutz vor jenen sei. Wenn ich so zurück denke, habe ich auch keinen Mückenstich abbekommen 😉

Überall sind Frauen in traditioneller Kleidung und den typischen Strohhüten mit bunten Bommeln dran. Es ist Donnerstag und somit Wochenmarkt auf dem sie alle Obst und Gemüse in den engen Gassen verkaufen. Leider lässt sich keine der Frauen auf Nachfrage fotografieren. Ich gehe durch die Gassen weiter und könnte echt jede Tür fotografieren 🙂 Einfach alles viel zu schön hier. Mir fällt auch auf, das nirgends Müll liegt. Es wird hier sehr auf die Sauberkeit der Gassen geachtet. Das nächste das mir auffällt sind die vielen Trinkbrunnen und tatsächlich wird auch das Wasser hier direkt aus der Leitung getrunken. Auch ich beginne meine Wasserflasche an den Brunnen aufzufüllen. Das Wasser schmeckt und mir geht es auch Tage danach noch gut 😉

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Mein Weg führt mich über den zentralen Platz Uta el-Hammam und der großen Moschee. Ich erblicke hier eine etwas untypische grüne Tür und stelle fest, dass auch hier ein Grab ist. Wenn ich mich richtig erinnere ist das ein Heiligengrab eines Sufi. Zum Abendgebet sehe ich auch, wie einige in die Räume des Grabes gehen um zu beten.

Am ganzen Platz Uta el-Hammam sind Restaurants und auch der Eingang zum Garten der Kashba ist hier. Der Eintritt kostet hier 10 Dirham (ca. 0,90 Euro). Der Garten ist sehr schön mit Palmen und allerlei Bäumen und Hecken angelegt.  Vom Turm der Kasbah aus hat man einen wunderschönen Ausblick über die Stadt. Im Turm ist eine Ausstellung über die Geschichte, allerdings in keiner Sprache die ich lesen und verstehen kann. In einem anderen Gebäude ist noch eine zweite Ausstellung. Wenn ich es richtig deute, war hier auch eine Kunsthandwerkschule, da dargestellt wird, wie die schönen Mosaikfliesen, Holzschnitzereien und Stuk gefertigt wurde.

Auf Einladung am Vorabend via Facebook, gehe ich zum Dar Sababa. Geführt wird diese familiär geführte Stadtpension von Aziz und seinem Bruder Said. Ich werde herzlich von Said empfangen und auf die tolle Dachterrasse gebracht. Bei marokkanischen Minztee kann ich hier für mich und meine Homepage neue Fotos machen. Auch hier kommt mein kleines Fotostativ wieder zum Einsatz. Mit Selbstauslöser ist es hier auch für mich möglich, Fotos von mir zu machen.

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Nachdem Wolken aufgezogen sind und das Licht nicht mehr optimal war, gehe ich wieder in das Dar Gabriel. Aber ich habe mehr als genügend Bilder und werde beim Sichten und Bearbeiten daheim so meine Freude haben ❤ Auf dem Weg dahin, komme ich an den wohl meist fotografierten Gassen von Chefchaouen vorbei. Es ist aber auch einfach zu bezaubernd.

Stufen

Direkt vor dem Eingang des Dar habe ich heute nochmals Glück und werde von einem Touristen nochmals fotografiert. Dabei sind diese Bilder entstanden. Mein Tänzerinnenherz hüpft ❤ ❤ ❤

Ich ruhe mich etwas aus und mache mich frisch für ein Abendessen. Ich gehe in das „Aladdin“ und esse eine Gemüse Tajine. Leider ist hier das Gemüse in einem Topf gegart und wird nur in einer Tajine präsentiert. Ist auch fade gewürzt. Schade. Dafür kann ich den Ausblick von der Dachterrasse empfehlen. Für einen Tee oder Kaffee mit schönem Blick über den Platz und der Kasbah sehr schön, essen geht aber nicht. Nach dem Essen schlendere ich noch ein bißchen durch die Altstadt und lasse so den Trubel des Abends auf mich wirken. Wirklich entspannt sind aber auch hier die vielen Katzen 🙂

Am nächsten Morgen geht es für mich schon wieder weiter in eine der Königsstädte, nach Fes. Schön war es hier in Chefchaouen ❤ Ich komme sicherlich wieder mal im Frühling wenn die Blumen blühen und dann auch gerne mehrere Tage.

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