Strasbourg – von Flammkuchen und savoir vivre im Elsass

„Was soll ich nur meiner Mama zu ihrem Geburtstag im September schenken?“. So begann meine Planung für ein verlängertes Wochenende in Strasbourg. In meiner Familie schenken wir uns gerne was, das man verbrauchen kann.  Und da meine Mama und ich gerne verreisen, ist eine Reise zu schenken genau das richtige. Schon 2014 gingen wir zusammen für ein paar Tage nach Paris.

Seit nun schon mehreren Jahrzehnten fährt meine Mama mit einem umgebauten Campingmobil nach Frankreich. In meiner Kindheit sind wir als komplette Familie mit meinem Papa, Mama, meinem älteren Bruder und mir durch ganz Frankreich und Korsika gefahren. Wir haben das französische Volk immer als sehr freundlich und hilfsbereit wahrgenommen. Gar nichts von wegen „La Grande Nation“ und irgend einer Hochnäsigkeit. Die Familienverhältnisse haben sich zwar geändert, nicht aber die Vorliebe für Frankreich. Auch mein Papa fährt nach wie vor liebend gerne in das Land von Baguette und Croissants 🙂

Also gut, Strasbourg. Elsass. Frankreich. Meine Mama hat sich an ihrem Geburtstag wahnsinnig gefreut und meine Überraschung ist gelungen. Ich habe für uns ein Doppelzimmer im zentral gelegenen Aparthotel Adagio Access Strasbourg Petite France gebucht. Das Zimmer hat einen Balkon und eine kleine Küche. Wir gestalten in Hotels gerne selber unser Frühstück und so ist die Küche für uns genau das Richtige. Eine Bäckerei ist gleich um die Ecke und so gibt es jeden Morgen backfrisches Baguette und kleine Köstlichkeiten aus der Patisserie. Mir haben es die Eclairs angetan. Meine Mama erfreut sich an einem Croissants zum Frühstück.

Erster Tag

Angekommen sind wir am Donnerstag Nachmittag. Wir sind dann gleich in die Stadt gegangen und haben als erstes uns die Barrage Vauban angesehen. Von der Aussichtsplattform aus kann man wunderbar auf die vier Türme der „Gedeckten Brücken“ und La Petite France blicken.

Der Stadtteil La Petite France mit seinen schönen alten Fachwerkhäusern hat es uns gleich angetan. Das ehemalige Gerberviertel in dem es früher durch die Verarbeitung der Tierhäute zu Leder extreme stank, ist nun ein sehr beliebter Teil von Strasbourg geworden. Überall gibt es kleine Restaurants und auch wir haben nun Hunger und bestellen uns den für das Elsass typische Flammkuchen. Ich trinke normalerweise keine Limonaden, allerdings an eine Orangina komme ich fast nicht vorbei ❤ Und der letzte Flammkuchen wird es auch nicht bleiben 😉

Durch die alten Gassen, vorbei an Mode- und Schuhhäuser, diversen Maroniständen und Café’s kommen wir zum Liebfrauenmünster zu Strasbourg auch bekannt als Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg. Mit seinen unglaublichen 142 Metern ist der Turm des Sakralbaues aus rosa Vogesensandstein, bis 1874 das höchste Bauwerk der Menschheit und das höchste im Mittelalter vollendete Gebäude. Der Münster wurde 1176 bis 1439 erbaut und hat somit schon so einiges in der Geschichte bis heute gesehen und miterlebt.

Wir lassen in einem Café vor dem Münster den Abend ausklingen und beobachten wie der Himmel dunkler wird und die Beleuchtung die Fassade erhellt.

 

Zweiter Tag

An unserem zweiten Tag wollen wir zu Wasser Strasbourg entdecken. Mit den Ausflugsbooten südlich des Münster erkunden wir auf der Ill das La Petite France, fahren durch zwei Schleusen, vorbei an imposanten Kirchen und Häuserfassaden aus dem 19ten und 20ten Jahrhundert besuchen wir das Europaviertel mit dem Europaparlament und dem europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Die Tickets können direkt an dem Quai an einem Automaten mit Kreditkarte oder in der Nähe des Münsters gekauft werden. Da heute ein schöner Tag mit Sonne und Wattebausch-Wolken ist, entscheiden wir uns für die Cabrio Version. Durch Plexiglas zu fotografieren macht mir und meiner Mama auch keinen Spaß.

Nach der Rundfahrt geht es dann ans Shoppen. Frauen im Glück ❤ Die Galerie Lafayett bietet sich an um exclusive Parfums, Kosmetik und Kleidung zu kaufen. Viele Shops für Kleidung, Schuhe, Sportgeschäfte und Einrichtungshäuser  gibt es fußläufig zwischen dem Münster und dem Platz Kleber.

Chanel & Co

Nach unserer Einkaufstour gehen wir den Münster auch von innen besichtigen. Das 32 Meter hohe Mittelschiff ist im gotischen Stil gestaltet. Reich verziehrt sind die Bleiglasfenster aus dem vorwiegenden 14ten Jahrhundert. Die Fassadenrosette hat einen Durchmesser von unglaublichen 13,6 Metern. Aussergewönlich ist die astronomische Uhr im südlichen Querschiff. Diese 18 Meter hohe und 1843 fertig gestellte Uhr stellt eine Monduhr, ein Planetarium, eine sehr große Uhr mit Sonnen- und Mondzeiger und ein von Uhrwerk ebenfalls angetriebener Himmelsglobus dar. Unglaublich ist, die genauen Berechnungen sind immer noch gültig. Die Entwicklung dieser Uhr begannen schon 1352 mit der ersten Uhr die Zeit und Datum anzeigte. Die zweite Uhr wurde 1574 hergestellt und gab auch die Zeit, Datum, Himmelsgestirne und Sternzeichen wieder.

Es wird langsam Abend und wir gehen im Stadtteil La Petite France zum Abendessen. Heute gibt es Zwiebelkuchen mit Salat und das direkt an der Ill 🙂

Zwiebelkuchen an der Ill

Dritter Tag

Heute gehen wir auf einen großen Markt. Mit der Tram (das 24 Stunden Ticket für bis zu 3 Personen kostet nur EUR 6,00) fahren wir dazu bis zum Observatorium. Auf dem Markt wird Obst, Gemüse und auch Kleidung und Schuhe verkauft. Es sind viele Stände und auch viele die einkaufen. Hier erlebe ich noch eine schöne Überraschung, denn ein marokkanischer Stand mit Süssigkeiten und Spezialitäten aus meinem geliebten Marokko gibt es hier ❤ Selbstverständlich nehme ich mir einige „Moroccon Sweets“ mit 🙂

Wir fahren wieder in das Zentrum und gehen in eine Straße die für die Schokolade und Patisserie bekannt ist. Wir und alle anderen Touristen drücken uns fast die Nasen an den Scheiben platt, denn die Auslagen mit Eclairs, Gebäck, Macarons und Gugelhupf lässt einer Naschkatze wie mir keine Wünsche offen. Aber sieh selber 🙂

Mama und ich gehen noch weiter und lassen uns in ein paar Geschäfte die uns Neugierig machen treiben. Unter anderem gibt es eines, dass wirklich alles Mögliche verkauft. Von Süssigkeiten über Küchenhelfer und Fahrradsättel zu Weihnachtsdeko und Kosmetik. Sowas hab ich noch nie gesehen.

Der Tag war heute sehr lange und zudem auch recht kühl. Wir gehen nochmals in das Restaurant in dem wir unseren ersten Flammkuchen gegessen haben und danach in unser Hotelzimmer. Morgen geht es wieder nach Hause und wir nehmen noch einen kleinen Vorrat an Baguettes und Croissants mit 🙂 Wir haben die Tage in Strasbourg sehr genossen und ich kann mir ganz gut vorstellen hierher wieder zu kommen.

6 Kommentare zu „Strasbourg – von Flammkuchen und savoir vivre im Elsass

  1. Oh da kommt meine Strassburg liebe wieder hoch ♥
    Ich liebe diese Stadt einfach, weil sie so wunderschön ist! Mir ist nach deinem Post aufgefallen, dass ich mich viel zu wenig durch die Leckerein durchgetestet hab 😀 Aber in 2 Tagen passt einfach nicht so viel in den Bauch rein, wie ich gerne hätte 😀

    Liebe Grüße ♥
    Nicci von http://www.gossip-gaga.blogspot.de

    Gefällt mir

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