Marokko im November – einmal quer über den Atlas

Von einem lauten „Iiiiiiiiaaaaaaaahhh“ in der Nachbarschaft und Vogelgezwitscher werden wir geweckt. Es ist noch kühl, aber der Himmel ist klar 🙂 Die Sonne wird uns den ganzen Tag mit ihren Sonnenstrahlen kitzeln. Wir duschen und richten uns her. Zum Glück machen wir das noch vor dem Frühstück, da ab ca. 09.30 Uhr bis zum Nachmittag vom Hausherren der Strom abgestellt wird. Im fensterlosen Badezimmer wäre es nicht möglich uns herzurichten. Merke: auf dem Land, frag ob immer Strom verfügbar ist.

Wir frühstücken auf der Dachterrasse mit dem wunderschönen Blick auf die alte Kasbah, die wir in den nächsten Stunden erkunden werden. Ich esse zum ersten Mal hausgemachten marokkanischen Joghurt und er ist köstlich. Es ist ein milder Joghurt der ganz simpel mit Vanille gewürzt ist. Manchmal braucht es nicht mehr 🙂

Frühstück Chez Ibrahim mit Blick auf die Kasbah

Wir gehen durch das fast ausgetrocknete Flussbett zur Kasbah. Ich nutze die Chance ohne Touristen Bilder zu machen, die ich auch in meinem Video verwende. Beim Eingang zahlen wir 10 Dirham Eintritt an Mohamed. Er muss zu einer der 3 Familien gehören, die diese alten Gemäuer hier noch bewohnen. Er bringt uns zu seinem Haus und wir können über mehrere Stockwerke alles ansehen. Man hört bei jedem Schritt, dass die Bausubstanz aus getrockneten Lehm und Stroh ist. Vom Dach aus können wir auch gerade einen Mann beobachten, wie er mit den vorgeformten Lehmblöcken eine Mauer repariert. Wie im letzten Teil meines Reiseberichtes schon erwähnt, ist dieser Teil des Ortes seit 1987 von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt.

Nach der Hausbesichtigung steigen wir durch die kleinen Gassen immer weiter nach oben. Wir sind so viel am schauen und fotografieren, dass wir bei der zweiten Familie der Kasbah auf einmal in der Aussenküche stehen. Das scheint Said wie er sich uns vorstellt nicht zu stören. Mit Stolz führt er uns durch sein mehrstöckiges Haus und erzählt uns so einiges zu der Geschichte von Ait Ben Haddou. Auch etwas deutsch spricht er, da ein guter Freund von ihm in Frankfurt lebt. Er ist Künstler und zeigt uns noch seinen Shop. Frauke kauft eine Kette von ihm und schon wieder ist ein kleiner Abschied gekommen.

Etwas weiter finden wir eine kleine Dachterrasse auf der wir Tee trinken können. Die Aussicht, der Tee, die Ruhe. Es ist einfach schön.

Wir gehen weiter und zwar bis ganz nach oben zum höchsten Punkt. Ein Wahnsinns 360 Grad Ausblick über die wunderschön und komplett unterschiedliche Landschaft bietet sich hier.

Leider müssen wir nun auch schon los. Allerdings steht uns nach der Atlas Überquerung was richtig tolles bevor: Marrakesch ❤ Ich liebe diese Stadt und ich freue mich schon sehr darauf wieder in diese quirlige Stadt zu kommen. Aber nun erstmal in den „Hohen Atlas“. Hoch ist er wirklich, wenn man bedenkt, dass der höchste Berg, der Jbel Toubkal, 4.167 Meter hoch ist.  Wir fahren über den Pass Tizi n’Tichka und sind dann auf 2.260 Metern Höhe. Die Passstraße verbindet Marrakesch mit Ouarzazate und wird auch von LKW’s und Bussen befahren.

Am späten Nachmittag kommen wir an. Wir verabschieden uns von Hassan und gehen mit unserem Gepäck quer über den Djemaa el Fna in die Medina zu unserem Riad. Wir haben im Riad Lalla Aicha gebucht. Nach leichtem herumirren finden wir es auch. Wir beziehen das Zimmer „Fez“. Es hat eine riesige Tür mit einem riesigen Riegel und Schloß vor der Tür. Das Riad ist sehr hellhörig und die Türen sind auch nicht komplett zu. Wen das aber nicht stört, dann ist das Riad wirklich zu empfehlen. Mir ist am wichtigsten, dass es sauber ist und das war es auch überall. Das Frühstück wird hier auch frisch zubereitet und die Angestellten sind immer sehr freundlich.

Wir haben Hunger und gehen gleich auf den Dejemaa el Fna, um in einer der über 100 mobilen Garküchen ein schnelles Essen zu bekommen. Wir haben richtig viel Hunger und die Teller mit Essen müssen übereinander gestapelt werden. Das war ein Anblick 🙂 Frauke freut sich schon auf den Souk. Wir lassen uns am frühen Abend durch den Souk treiben. Im Café des Épices trinken wir noch einen Tee und naschen marokkanische Süssigkeiten. Die letzten paar Tage waren aufregend und lange. Müde fallen wir in unser Bett und schlafen uns erst mal aus. Morgen ist ein neuer Tag um vieles zu entdecken und zu erleben.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s