Der Jakobsweg und ich – von Mos bis nach Arcade/Pontevedra

Der Tag beginnt schon früh. Die anderen drei Pilger lassen wir weiter schlafen und packen unsere Sachen vor der Türe zusammen. Zwei der Pilger sind Vater und Sohn aus Norddeutschland. Der ungefähr 17 jährige Sohn kämpft mit vielen Blasen an den Füßen und der Vater hat sich den portugiesischen Jakobsweg ganz anders vorgestellt. Er findet seine Inspiration einfach noch nicht. Zudem sei dieser Weg viel zu steil. Die beiden werden wir bis nach Santiago immer wieder treffen. Unten im Café frühstücken wir noch eine Kleinigkeit und sehen der Köchin beim kiloweise Kartoffeln schälen zu.

01 Morgenfoto

Es geht sofort aufwärts los. Bald schon können wir die Straße auf eine Schotterpiste verlassen und nach drei Kilometern geht es nur noch abwärts in Richtung von Redondela. Hier setzten wir uns erst mal in ein Café und erholen uns von den ersten fast 10 Kilometern des Tages. Auch heute fühle ich mich noch nicht wirklich fit und bin am überlegen mit dem Zug bis nach Pontevedra zu fahren. Tanja überzeugt mich aber doch noch weiter zu gehen und so marschieren wir zusammen weiter.

02 Pfeil

Die nächsten Kilometer geht es wieder bergauf. Heute ist es auch richtig warm und ich lege mir meinen Schal als Sonnenschutz über den Kopf. Belohnt werden wir heute mit einer traumhaften Aussicht über den Ria de Vigo und die Muschelwand ist auch sehr sehenswert. Auch die Wegweiser nach Arcade werden immer ausgefallener. Aber sieh selber 🙂

Nach Arcade führt eine breite Bundesstraße an der die Autos und LKW’s an uns vorbei brettern. Etwas mulmig ist uns schon dabei, aber zum Glück ist alles gut gegangen. Nach Arcade werden wir durch recht schöne Nebenstraßen geführt. Es ist nun schon Mittag und unser Hunger führt uns in das nächste Restaurant. Als wir so in dem kleinen Restaurant an der Straße sitzen, beschließe ich entgültig die letzten 11 km nicht nach Pontevedra zu pilgern. Ich bin einfach zu müde. Tanja möchte aber unbedingt weiter zu Fuß gehen. So vereinbaren wir, dass ich mit dem Zug fahre und auf sie im Hotel warte.

Mit dem Zug komme ich in Pontevedra recht schnell an und wandere auch hier noch ca. 1,5 km zum Hotel. Ich dusche und erhole mich schon mal und nach ca. 3 Stunden kommt auch Tanja froh und glücklich an. Ich bin sehr stolz auf sie, dass sie das auch noch gepackt hat 🙂

Am Abend gehen wir uns die Altstadt ansehen und haben das Glück einen Stempel beim „Heiligtum der jungfräulichen Pilgerin“ für unseren Pilgerausweis abholen zu können. Das Altarbild stellt die Jungfrau im Pilgergewand dar. Sie gilt als Führerin der Pilger und Schutzpatronin der Region. Bei einer (oder mehreren 🙂 ) Klara genießen wir den spanischen Käse Manchego und lassen es uns gut gehen. Bald schon gehen wir schlafen, denn morgen geht es ja schon wieder weiter nach Santiago.

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