Marokko im September – Tag 3

Erst hatte ich vor den heutigen Tag in Casablanca zu verbringen. Die Moschee Hassan II mit ihrem 210 Meter hohen Minarett muss ein Meisterwerk der marokkanischen Baukunst sein und ist natürlich ein fotografisches Ziel von mir 🙂 Allerdings gefällt mir Rabat und ich will die Nachbarstadt Salé erkunden. Also mache ich mich mit viel Sonnencreme und Sonnenbrille auf nach Salé. Die Sonne hat gestern in meinem Gesicht deutliche Spuren hinterlassen und ich muss zusehen, das mein Sonnenbrand nicht noch schlimmer wird. Nach ca. 15 Minuten mit der Tram bin ich vor dem Bab Lamrissa. Die Tore der Stadtmauern von Rabat und Salé haben alle gigantische Ausmaße. In Marrakesch sind diejenigen die ich bisher gesehen habe um einiges kleiner.

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Es ist noch früh und daher ist noch nicht viel los. Ich gehe an der Stadtmauer entlang in Richtung der Medersa de Merinides. Ich entdecke auf dem Weg dahin den Friedhof Bab Maalka. Direkt in den Friedhof darf ich nicht, aber ich kann über die Mauer sehen und dieser Blick ist einfach unbeschreiblich. Bis zu dieser Reise wusste ich nicht, wie muslimische Friedhöfe aussehen. Sie haben aber genau wie katholische Friedhöfe Gräber mit Grabsteinen. Ich hoffe es ist nicht pietätlos, aber dieser Friedhof wie auch der in Rabat ist einfach schön. Die Gräber mit dem Blick auf das Meer hat was ergreifendes.

Panorama Friedhof Sale groß

Aber nun weiter… Ich möchte mir die Medersa de Merinides ansehen und auf dem Weg dahin werde ich gleich von zwei Faux Guides angesprochen. Der erste kann ich noch abwimmeln, aber der zweite erkenne ich nicht gleich als „falschen Führer“. Er zeigt mir das Grab des Schutzheiligen von Salé der dort im 16. Jahrhundert lebte. Natürlich darf ich als nicht-muslima das Grab nicht betreten, aber durch die Gitter darf ich Fotos machen. Ich will wieder weiter zur Koranschule, als der Mann der sich erst als freundlicher Infogeber darstellte, zum Faux Guide verwandelt. Er will Geld für die 5 Minuten Information haben. Ich krame meine Geldtasche raus und geb ihm meine Münzen da ich nur 100er Scheine dabei habe. Die paar Dirham genügen ihm nicht und er drängt mich ihm mindestens 20 Dirham zu geben. Ich gebe ihm natürlich nicht mehr. Wie komme ich auch dazu. Leider falle auch ich noch auf faux guides rein und nehme mir vor besser auf zu passen.

Ich komme am Ende des Weges an einem schönen Platz an und finde auch auf der rechten Seite den Eingang zur alten Medersa. Sie ist die kleinste in ganz Marokko, dafür wie mir gesagt wird, die aller schönste. Es sind heute noch keine Touristen da und so kann ich ganz ungestört fotografieren. Die Medersa ist im Verhältnis zur jenen in Marrakesch wirklich sehr klein. Ich schätze ungefähr ein drittel. Der Eintritt kostet hier wie so oft 10 Dirham. In den Medersen (ich hoffe, dass ist die Mehrzahl von Medersa) in Fes kostet der Eintritt 20 Dirham.

Rechts aus der Medersa komme ich durch kleine Gassen mit wunderschönen Türen in die Medina. Ich bin im Fisch-, Fleisch- und Gemüse Souk und es gibt alles an Farben und Gerüchen. Besonders die Fischstände haben es den Katzen angetan. Geduldig sitzen diese in den Straßen und es scheint als wollten sie die Fischhändler hypnotisieren 🙂

 

Ich gehe durch eines der vielen Stadttore und da es schon Nachmittag ist, suche ich mir ein Restaurant. In Rabat und Salé sind einige Pizzerien und ich probiere heute mal eine. Ist auch richtig lecker 🙂 Als ich hier so sitze, bin ich froh heute nicht nach Casablanca gefahren zu sein. Die Stadt läuft mir ja nicht weg. Ich bin etwas müde und entscheide den Tag erst mal an der Marina von Rabat gemütlich weiter laufen zu lassen. Etwas laissez faire eben 🙂 Als ich zur Marina gehe, steht da eine Muslimin und schaut verträumt auf das Meer. Ich kann nicht widerstehen und fotografiere sie. Woran sie wohl denkt?

Nachdem ich an der Marina einen frisch gepressten Fruchtsaft getrunken habe, mache ich mich auf in den Souk von Rabat. Hier komme ich nochmals voll in das typische Feeling das ich in Marrakesch kennen gelernt habe. Es sind überall Stände mit Kleidung, Baboushes, Gewürzen und auch etwas Elektronik. Mitten drinnen sind kleine Moscheen und es ist für mich immer wieder eine Freude den Muezzin  zu hören, wenn er zum Gebet ruft. Ich erstehe für eine Freundin von mir schöne genähte Baboushes um 90 Dirham. Ich freue mich, da es gegenüber Marrakesch doch ein Schnäppchen ist. Noch ganz fix im Carrefour ein paar Lebensmittel gekauft und ab zum Apartment. Morgen geht meine Reise weiter mit Zug und Bus nach Chefchaouen, der blauen Stadt im Rif.

 

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