Der Jakobsweg und ich – meine Vorbereitung – Teil 1

Was so einige noch nicht von mir wissen – ich bin Jakobspilger. Ich gehe nach Möglichkeit ein Mal im Jahr nach Spanien um auf dem Jakobsweg zu wandern bzw. ich nenne es pilgern. Ich bin kein religiöser Mensch, aber ein spiritueller. Dieser Weg, der sich durch ganz Europa zieht, tut meiner Seele sehr gut. Einige sagen auch, der „Camino“, wie er auch genannt wird (spanisches Wort für „Weg“), ist der beste Therapeut den es gibt. Denn er gibt dir genau das was du brauchst. Der Camino führt zusammen oder auseinander, er gibt dir Ruhe oder anregende Gespräche, aber eines tut er sicherlich nicht – dich loslassen! Jemandem das zu erklären der noch nie auf dem Weg war ist recht schwierig. Ich glaube, dass wenn so viele Menschen (2017 sind in Santiago de Compostela 301.036 Pilger angekommen) einem Ziel entgegen wandern energetische Spuren entstehen. Und das spürt man auf dem Weg.

Grafik-1991-2017

Wie gesagt, mir tut er einfach gut. Das erste Mal bin ich im Mai 2015 im Norden Spaniens auf dem Camino del Norte gepilgert. Erst im nachhinein wurde mir klar, wie „kaputt“ ich innerlich war. Der Jakobsweg hat mich wieder zusammengebastelt 🙂 Bei den vielen Kilometern die gewandert werden, kommst du unweigerlich mit dir und deinen Gedanken in Kontakt. Egal wie schnell du läufst, du kannst nicht von dir weg laufen. Und das ist auch gut so. Ich habe ein paar Freunde die auch schon auf dem Camino gewandert sind und alle bestätigten mir, dass sie hier Klarheit für sich gefunden haben. Das liest sich für dich jetzt vielleicht alles recht spooky, aber versuche es einfach selber 🙂 Natürlich darf man einfach nur Spaß am wandern haben, aber es tut einfach gut, den Körper und Geist zu stärken.

Camino

Wie sehen nun meine Vorbereitungen aus? Als erstes entscheide ich auf welchen Camino ich gerne pilgern gehen möchte. Dieses Jahr entschied ich mich für den Camino Portugues ab Porto. Das sind gute 250 Kilometer die in ca 12 Tagen gut zu schaffen sind. Ich plane immer genügend Zeit ein, damit ich nach einer guten Woche auf den Beinen auch einen Tag an einem schönen Platz pausieren kann. Zudem komme ich zum ersten mal auch in Santiago an und ich denke, dass es dann auch wieder eine neue Tätowierung für mich geben wird.

Insgesamt habe ich 16 Tage für An- und Abreise, Pilgern und etwas Sightseeing eingeplant. Ich werde mit Ryanair ab Memmingen direkt nach Porto fliegen. Das ist günstig und Ryanair ist in Europa mittlerweile sehr gut vernetzt. Von Santiago de Compostela kommt man mit einem der Überlandbusse von ALSA wieder nach Porto.

Küstenweg

Wanderführer

Als nächstes kaufe ich mir gerne die neueste Ausgabe des Wanderführers vom Outdoor Verlag. Es ist reine Geschmackssache, welchen Wanderführer (Outdoor, Rother,…) man wählt. Ich persönlich mag diesen sehr gerne. Die Erklärung des Weges ist sehr genau und wird jedes Jahr upgedated. Auch die Empfehlungen für die Übernachtungen und Tips die alles rund um den Weg betreffen (Einkaufsmöglichkeit, Sightseeing, Wasserauffüllmöglichkeiten,…) gefallen mir sehr gut.

Outdoor Reiseführer

Rucksack und Schuhwerk

Eine wichtige Frage von Erstpilgern ist die Wahl des Rucksacks und der Schuhe. Ich selber habe von Deuter einen ACT Lite SL mit 45 + 10 Liter. Er ist individuell auf die Rückenlänge anpassbar und die Träger sind für Frauen sehr gut geschnitten, da auch der Brustbereich von Frauen im praktischen Design eingeplant ist und nix einschnürt. Bisher bin ich mit Wanderschuhen gelaufen. Wer aber trittsicher ist, reichen sicherlich auch Trailrunning Schuhe. Hier habe ich mir dieses Jahr welche von Salomon gekauft. Auf dem Jakobsweg habe ich aber auch schon Pilger in Crocs gesehen. Es ist also wirklich alles möglich :‘-) Zusätzlich sind auch immer meine Wandersandalen von Teva dabei. Diese sind unverzichtbar für mich. Sie sind sehr leicht, können mit kleinen Karabinern am Rucksack angebracht werden und am wichtigsten, ich kann in leichtem Gelände super mit ihnen wandern. So muss ich nicht immer in geschlossenen Schuhen sein und an warmen Tagen ist das eine Wohltat. Meine Empfehlung für Frauen: geht ohne lackierten Zehennägel. Die Füße sind auf eurem Weg das größte Kapital und müssen jeden Tag gepflegt und kontrolliert werden. Falls sich eine Blase unter einem der Zehennägel bildet (ja das geht tatsächlich) oder sonst eine Verletzung dort entsteht, solltet ihr ohne Probleme das erkennen können.

 

Diabetes

Ich werde auch immer wieder darauf angesprochen, ob ich wegen meinem Diabetes Angst habe zu wandern. Dazu kann ich nur sagen: Nein, habe ich nicht. Natürlich muss ich mich sehr gut vorbereiten (genug Traubenzucker, Essen und Trinken dabei haben, laufend meine Zuckerwerte während dem wandern überwachen und meine Insulinpumpe individuell darauf einstellen), aber ich bin auf dem Jakobsweg immer in der Nähe der Zivilisation und nicht auf dem PCT (Pacific Crest Trail). Hierzu meine Film- und Buchempfehlung „Wild – der große Trip“ mit Reese Witherspoon. Vor dieser Art von Fernwanderungen habe ich Respekt und würde mich bisher auch nicht trauen so einen zu wandern. Ich werde  hier noch später meine eigene Packliste einstellen. Diese kannst du gerne übernehmen wenn du möchtest.

Hier noch ein paar Impressionen von meinen bisherigen Caminos in Spanien. Schon bald melde ich mit dem nächsten Teil meiner Vorbereitungen zurück 🙂

Julia

6 Kommentare zu „Der Jakobsweg und ich – meine Vorbereitung – Teil 1

  1. Der Portugiesische Jakobsweg ist einer der Schönsten! Gehst du am Meer, oder biegst du dann in Vila de Conde Richtung São Pedro? Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft und Erholung! Bom Caminho!

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    1. Hallo Marion,
      ich bleibe so lange wie möglich an der Küste. Ich liebe es am Meer zu gehen. Die genauen Etappen und Abzweigungen habe ich noch nicht im Kopf 🙂
      Ich werde auf jeden Fall berichten.
      Liebe Grüße und vielen Dank für deinen Kommentar
      Julia

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