Diabetes – Urlaub und Komplikationen

Wer meinen Blog verfolgt, weiß natürlich wie sehr ich mich in das Land Marokko verliebt habe. Was nicht so bekannt ist, dass ich immer einen Reisebegleiter dabei habe und immer alles für diesen mit planen muss. Darf ich vorstellen: Diabetes mellitus Typ 1. Oder auch kurz „mein Diabetes“ oder „mein Zucker“ genannt.

Seit nun fast 10 Jahren habe ich diagnostizierten Diabetes und nutze zur Therapie die Insulinpumpe OmniPod von Ypsomed mit dem Insulin Novorapid und zur Feststellung meiner Zuckerwerte den Freestyle Libre von Abbott.

Vor ein paar Monaten habe ich schon über die Reisevorbereitungen bzw. das Koffer packen als Diabetiker geschrieben. Wie aber geht es mir wenn ich auf Reisen bin, oder welche Probleme können da auch mal entstehen?

Was passiert als nun mit mir wenn ich aus dem kühlen Österreich in die warme Sonne reise? Meistens nur gutes 🙂 Erstens begünstigt das warme Wetter die Aufnahme des Insulins in meinem Körper. Zudem kann ich entspannen und dadurch entspannt mein Diabetes mit mir ❤ Es ist nicht zu unterschätzen was Stress für Auswirkungen haben kann. Früher habe ich nicht verstanden wieso mein Zucker ausser Rand und Band ist. Ich habe doch mein Essen genau berechnet und dafür Insulin passend gespritzt! Trotzdem hatte ich oft Blutzuckerwerte die zum Himmel schrien. Erst mit einem Jobwechsel und einer grundsätzlichen Änderung zur Einstellung in meinem Leben habe ich Stress abgebaut und siehe da, mein Zucker hat sich auch etwas beruhigt. Perfekt ist er noch nicht, aber diese extremsten Spitzen mit Werten über 400 mg/dl sind nicht mehr dabei.

Was für Komplikationen  können nun auf einer Reise entstehen? Ich hatte zum Glück bisher auf meinen Reisen immer genug Zubehör dabei. Allerdings im vergangenen September bin ich gerade mal so durch gekommen. Das Problem war, dass es schwül war und ich deswegen viel schwitzte. Ich war gerade in Chefchaouen auf einer Dachterrasse, als ich merkte, dass sich mein Pod (meine Pumpe) die ich am morgen erst noch frisch mit Insulin befüllt habe,  sich löste. OK, kann mal passieren. Also eine neue befüllt und angeklebt. Sicherheitshalber gleich nochmals mit Kinesiotape überklebt. Das sollte halten. Aber keine 10 Minuten später ist mir auch diese abgefallen. Zum Glück hatte ich nicht weit zu meinem Hotel und konnte am diesen Tag die dritte Pumpe befüllen und an meinem Körper fixieren. Das Problem ist, wenn einmal eine Pumpe fixiert ist, kann ich sie nicht mehr umsetzten. Somit hatte ich an einem Tag drei Pumpen gesetzt. Die verlorenen zwei hätten normalerweise für 6 Tage gereicht. Da kann es dann schon mal knapp werden.

Pumpe wechseln

Die zweite Komplikation ist mir auch auf der gleichen Reise passiert. Ich nutze für die Zuckermessung einen Sensor den ich am Oberschenkel befestige. Ich hatte mir noch nie einen Sensor versehentlich abgerissen, aber genau hier passierte es. Der zwei Tage alte Sensor (er hätte noch 12 Tage messen sollen!) war ab. Ich hatte nochmals Glück im Unglück, denn ich hatte einen Ersatzsensor eingepackt den ich erst zu Hause lassen wollte.  Aber als würde das abreißen nicht schon reichen, hatte ich noch ein blutiges Massaker beim setzten des neuen Sensors. Ich war aber mega glücklich, als nach zwei Stunden dann richtige Werte anzeigte.

Drittens kommt noch das fröhliche Kohlehydrate bzw. Zuckermengen raten in einem Land das eine andere Schrift hat. In meinem Fall die Arabische Schrift. Da ist es schon von Vorteil, wenn man gut schätzen kann 🙂 Aber sie selber.

Eine andere Frage ist immer, wie soll ich am besten mein Insulin kühlen? Nach Möglichkeit suche ich mir ein Hotel das ein Kühlschrank auf dem Zimmer hat. Wenn ich während des Tages unterwegs bin, habe ich meine Combi Case von mysugarcase dabei. Es ist im Seitenfach möglich ein passendes Kühlpad einzulegen. Über die Combi Case habe ich schon mal geschrieben.

Combi Case im Cafe Clock Fes

Eines was auch immer im Hotelzimmer sein muss, ist genügend zu essen. Daheim habe ich immer genug da um einem Unterzucker entgegen wirken zu können. Ich Während einer Reise bunker ich mir mittlerweile immer Kekse und Saft.  Eine frische Packung mit Traubenzucker muss auch dabei sein. Allerdings nehme ich die nur im allerdringendsten Notfall, denn Dextrose kann ich nicht mehr sehen und schmecken. Ich bin mir sicher, anderen Diabetikern kennen das auch.

Wie sieht es bei dir aus? Hast du noch weitere Erfahrungen oder auch Tipps für mich? Dann schreib mir hier doch eine Nachricht in den Komentaren. Ich bin immer froh etwas dazu lernen zu können.

Liebe Grüße

Julia

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